- DL 2 ARO - Mein Hobby und ich!


Begründer der Kindergärten "Friedrich Fröbel"


Bewahrt die heranwachsende Jugend vor leerer Nichtigkeit.

Vor Arbeitsscheu, vor Grübeleien ohne Tat und vor mechanischen  Handeln ohne Nachzudenken !                                                                                                                                                                   Friedrich Fröbel        

                                                                           

 

 

 

 

Oberweißbach ist der Geburtsort von Friedrich Fröbel des Begründers der Kindergärten - Das soll Anlaß sein, uns mit seiner Person und seinem Werk näher zu beschäftigen. 

 Gegenüber der Kirche in Oberweißbach befindet sich das Geburtshaus von Friedrich Fröbel.Hier wurde er vor 260-ig Jahren, am 21. April 1782 als sechstes Kind des damaligen Pfarrers Johann Jacob Fröbel geboren.Sein Vater nahm seine beruflichen Pflichten als Pfarrer des Kirchspiels, dem die Orte Oberweißbach, Cursdorf, Lichtenhain, Deesbach und Leibis angehörten, sehr ernst und er kümmerte sich intensiv um den Neubau der Oberweißbacher Kirche.

Oberweißbach, der Geburtsort von Friedrich Fröbel, gehörte damals zum Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt. Das Fürstentum hatte 940 qkm und 93000 Einwohner. Oberweißbach umfasste im Jahr 1800 etwa 1500 Einwohner. Im Ort gab es keine Betriebe, nur verschiedene Handwerker, Bauern und Waldarbeiter. Es gab aber die berühmten Laboranten, die Balsame und andere heilsame "Tränklein" herstellten. Die Händler "Ranzerte", wegen ihres Ranzens so genannt, trugen die Olitäten in viele Länder. Dadurch waren die Bürger weltoffener und zum Teil wohlhabender als Andere. Das 18. Jahrhundert war die Blütezeit der Laboranten.

Mit der aufkommenden pharmazeutischen Industrie verfiel dieses Gewerbe. In der Umgebung von Oberweißbach entstanden in dieser Zeit die ersten Thüringer Glas- und Porzellanfabriken.

Das Bildungswesen der damaligen Zeit gab natürlich auch Anlaß zu vielen Klagen. Die Fürsten als Träger des Bildungswesens waren an einer hohen Volksbildung nicht interessiert. Der preußische König meinte, daß nicht nur vor dem Pflug ein Ochs gehen sollte, sondern auch dahinter. Er setzte ausgediente Unteroffiziere als Lehrer ein. Auch in den anderen Ländern war es nicht besser. Die Lehrer der Dorf- und Stadtschulen waren kaum ausgebildet. Lehrpläne gab es nur zu einer groben Orientierung. Hauptmethode des Lehrens war der Rohrstock.

Die Lehrer führten ein unwürdiges Dasein. Schule und Lehrerwohnungen waren oft verfallen. Das Schulgeld reichte nur zum Fristen des Lebens, der Lehrer mußte Reium-Essen. Oft hatte er weiniger Einkommen wie ein Tagelöhner. Häufig war der Lehrer die Zielscheibe von Spott und Hohn im Ort.

Die Bestrebungen zur Bildungsreform kamen von Pestalozzi in der Schweiz und Diesterweg in Deutschland. Ihnen schloß sich Fröbel, Salzmann, Guts Muths, Jahn und andere an. Sie wollten die Schule reformieren, um das Volk besser zu bilden.

Die Ziele der Schulreformer um Pestalozzi, Fröbel und Diesterweg waren folgende:

  • planmäßiges Bildungsprogramm in einem einheitlichen Schulsystem.
  • allgemeine Volksbildung. Keine Standesbildung mehr, keine Benachteiligung der Mädchen.
  • Einbeziehung der neuesten Erkenntnisse in den Naturwissenschaften, der Philosophie und der Technik in das Bildungsprogramm. 
  • neue Methoden im Unterricht; Anschauung, nicht pauken; vom Nahen, Bekannten zum Entfernten; Abstrakten.
  • das Ziel der Bildung und Erziehung ist der Harmonisch gebildete Mensch in humanen Verhältnissen.

Leider überschätzten sie oft die Möglichkeiten der Erziehung und Bildung.

Zur Entwicklung der Kindergärten:

Mit der Entwicklung des Kapitalismus, besonderes des Industriekapitalismus, wurde die Frau zu einer gefragten Arbeitskraft. Um die Kinder der werktätigen Frauen unterzubringen, wurden Aufbewahrungsanstalten, Warteschulen, Kleinkinderschulen und ähnliches geschaffen. Sie machten ihren Namen alle Ehre, sie bewahrten die Kinder lediglich auf. Humanistische Reformer wollten nicht nur die Aufbewahrung, sondern auch Bildung und Erziehung in diesen Einrichtungen. Sie wollten einen Ersatz für die fehlende Mutter. Friedrich Fröbel blieb es vorbehalten, der Vorschulerziehung Bahn zu brechen.

 Nachdem Fröbel mit seiner Keilhauer Erziehungsanstalt durch das reaktionäre Herrschaftsystem Probleme bekam, ging er zunächst nochmals in die freiheitlichere Schweiz. Auch hier bekam er, vor allen durch die Kirche, Schwierigkeiten. Er kehrte nach Thüringen (Bad Blankenburg) zurück. Nun wollte er sich der Vorschulerziehung widmen. Sie war ein Teil seiner Erziehungssysteme. Dabei hoffte er, daß er bei den Behörden weniger Anstoß erregen würde.

Fröbel wollte zunächst die Mütter erziehen. Sie sollten befähigt weren, sinnvoll und zielgerichtet mit ihren Kindern zu spielen. Dabei sollten die Kinder zugleich gebildet und erzogen werden. Es war nach Fröbels Ansicht nicht bedeutungslos, womit die Kinder spielten. Deshalb entwickelte er seine Spielgaben. Das waren vor allen Ball, Kugel, Würfel, Walze und geteilter Würfel. In einer Fabrik wurden diese Spielgaben hergestellt. Fröbel gab zu den Spielgaben Anleitungen für die Mütter herraus. In Vortragsreisen und Zeitschriften warb er für seine Art Beschäftigung mit den Kindern.

Sein Motto war:" Kommt, lasst uns unseren Kindern leben !".

In Bad Blankenburg und anderorts ging er auch daran, vorbildliche Vorschulkinder-Einrichtungen zu schaffen. Sie sollten nicht nur der Aufbewahrung dienen, sondern auch der Erziehung und Bildung. Das erziehende Spiel sollte im Vordergrund stehen. Er entwickelte ein Bildungsprogramm, methodische Anleitungen, weitere Spielgaben. Und er fand schließlich den noch heute gebräuchlichen Namen für diese Einrichtung: " Kindergarten ". Fröbel erzog sehr bald auch nach einem wohldurchdachten Plan die notwendigen Spielführer, die Kindergärtner. Dafür erwiesen sich bald die Frauen als besonders geeignet.

Fröbels Gedanken fanden bald viele Anhänger. In vielen deutschen Ländern und im Ausland entstanden Kindergärten. Allerdings wurden seine Ansichten auch von vielen angefeindet. Nach der fehlgeschlagen Revolution 1848/49 gab es auch Verbote. Aber aufzuhalten war die Kindergartenidee Fröbels nicht mehr.

Auch heute noch werden unsere Kindergärtnerinnen nach den Grundgedanken Fröbels ausgebildet.

Fröbels Verdienste sind unbestreitbar und werden in aller Welt anerkannt. Sein 230. Geburtstag, am 21. April 2012, wird Anlaß sein den großen Sohn unserer Stadt zu gedenken !

(Die Materialgrundlage stammt vom Freundeskreis "Friedrich Fröbel" zur Fröbelehrung 1982 und wurde mir freundlicherweise von Frau Heinze, Mitarbeiterin im Fröbelmuseum Oberweißbach  zur Verfügung gestellt.)